Atelier Handplanet

Flow

Auf einem fliegenden Teppich machte ich einen Umweg über Korallenklippen, Teefelder, Reispflanzen, Lavendelbüschel, flog über Krater mit glühender Lava.

Ohne Zwischenlandung, geschüttelt von Winden und eisigen Perlen, ließ ich mich nieder inmitten der schwarzen Berge.

Umarmte die Sonnenwärme….Flow!

 

Nun war es lange her, so schien es mir, dass ich im kalten Schlamm stand und bezahlen musste, nacktnervig einem negativen Prozess ausgesetzt.

Mein „Verbundenes“ schüttelte mich, ließ mich hängen, schob mich an den Abgrund, damit ich ihn sähe…….

Ich tastete mich ab und fand, dass ich auch jetzt wieder verletzlich bin.

Wollte nun die seelische Schleifspur in die Kurve der Unendlichkeit ziehen, die alles ausgleichen wird. Entschlossen, meine Märchen zu suchen……

Endlich die Ankunft in diesem kleinen Dorf, am Fluss das alte primitive Haus, das zur ehemaligen Mühle gehörte.

Ein unglaublich berauschendes fremdes Parfüm, das die Luft um mich herum ausfüllte. Diese Wärme, die südliche Landschaft, dieses Einatmen des reinen Glücksgefühls. Pinien, Eukalyptusbäume, Lavendelduft – hier war das Klischee vom Palmen und Pinien-Süden nicht mehr Hochglanz-Farben-Papier.

Den ersten Schluck Wein am Kamin getrunken – glücklich – verwandelt – verzaubert, eine nie gekannte Lebensart – allen Stress abschüttelnd wie dicken Staub.

In diesem Moment liebte ich das Leben, mich selbst, den Fluss, die Eukalyptusbäume, die Pinien, das alte steinerne Mühlrad, die Einsamkeit, den Mond, das Kätzchen vor der Tür, das Weltall der Sterne in der weichen Nacht.

Eine seelische Hängematte, aufgehängt an den Enden der Ewigkeits-Illusionen.

Unendlichkeit enthalten in Minuten, Stunden, Tagen.

Unendlichkeit des Lebens, meines Lebens – vorläufig.

Der Fluss zeigt es, alles fließt unaufhörlich – nicht greifbar – schmerzlich – vorbei.

Dieser Fluss, der nach einigen Kilometern ins Meer stürzt, vom Salzigen überrascht.

So haben wir es gelernt: Süß und salzig gemischt bilden wieder Wolken, werden zu Regen, dann zu Wasser, das irgendwann wieder an der Mühle vorbeirauschen wird.

Kreisläufe, Spiralen, Licht im Regenbogen, Tränen fallen nicht ins Gewicht, nicht die Trauer des Verlustes.

Sand und Steine kann ich nehmen, ein Haus damit bauen – für lange Zeit haltbar, Minuten in Momenten des Glücks kann ich anflehen ein wenig zu bleiben – sie reagieren nicht, sind unschuldig, gleichgültig, grausam, mächtig, flüchtig.

Von wem und woraus gemacht?

Sie desertieren jeden Augenblick, doch wir brauchen sie ständig zum Überleben.

In den Papierkorb des Lebens kommen kleine und größere Schnipsel hinein, kleine und große böse Worte – im Recyclingverfahren umgewandelt in Briefkuverts oder Klopapier.

Tage, Wochen verbrachte ich in vollkommener Harmonie.

Märchen ohne Geschichten?

Lagen die Geschichten schon auf der Lauer, um mich durchs Feuer springen zu lassen? Oder ins kalte Wasser?

Es gibt keine Märchen ohne Geschichten.

War diese Harmonie eine Illusion?

Auf jeden Fall eine gelebte Illusion.

Vorbereitung auf alle kommenden Geschehnisse und Abenteuer?

Langsam, ganz allmählich verging die Lust am Träumen, am Nichtstun.

Es begann mit dem Wunsch, einen eigenen Garten zu haben.

Das Wunder zu sehen, wie aus der Blüte ein winziges Schötlein entsteht, wie es größer wird und in seiner Hülle neue kleine Erbsen bildet für die künftige Saat, programmiert, geprägt in jedem kleinen Schotensamen. Welch ein animalisch berauschendes Gefühl, in so einem Schotenbeet zu hocken, die frischen Schoten aufzubrechen, die grünen Perlen in den Mund zu nehmen, um gierig schon nach der nächsten Schote zu greifen. Wollust der Nahrung im Urzustand – ohne Zwischenhändler – direkt – live – ohne Verlust des geringsten Nährstoffs. Perlen für die Fortpflanzung ihrer eigenen Art und für uns die Erhaltung vitaler Energien.

Gewürzpflanzen verströmten ihren starken südlichen Duft.

Diese Köstlichkeiten zwischen den Fingern zerrieben, stand ich oft in meinem Garten, blickte auf den Fluss und genoss die Aromen der Götter.

Thymian Salbei Estragon

Rosmarin und Zitronenmelisse

Aromenhände furchen kleine Kreise um die Stiele

Optimale Lebensbedingungen

Grüner Punkt in der Hand

Grünkelchembryo

In einer geschützten Ecke des Gartens drei Orangenbäume.

Ich befreite sie von Schlingpflanzen, die sie zu ersticken drohten, lockerte den Boden und bewässerte sie. Weiße, herrlich duftende Blüten trieben aus und ich setzte mich davor in den Sand, staunend, als wollte ich dort warten, bis die Orangen reifen würden.

Als meine Familie endlich kam und ich mit ihnen unser Abenteuer teilen konnte, mussten wir noch einige Monate warten, aber eines Tages war es so weit:

orangene Orangen hingen leuchtend im aromatischen Grün – fertig zum Essen, ohne Netz vom Supermarkt.

Die erste aßen wir gemeinsam am wärmenden Kamin – der Sommer war dahin in Richtung Afrika – und ihr zu Ehren zündeten wir eine rote Kerze an.

Sie wollte gegessen werden und schenkte uns einige Kerne für ihre Nachkommenschaft.

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